Demenz-Tipps

Warum Menschen über 55 die neue Problem-Generation sind

2026-01-05 14:30:00

Viele behandeln riskantes Verhalten als Jugendthema. Gleichzeitig verschiebt sich ein Teil des Risikos in höhere Altersgruppen. Ein Text von The Economist (deutsch via Newsflix, 05.01.2026) bündelt Befunde aus mehreren Ländern: Ältere Erwachsene konsumieren häufiger Alkohol riskant, der Konsum mancher Substanzen steigt, und sexuell übertragbare Infektionen nehmen in höheren Altersgruppen zu. Was verändert sich gerade Babyboomer und Teile der Generation X behalten Muster aus Jugend und mittlerem Erwachsenenalter länger bei Mehr Freiheit durch Pension, teils mehr finanzielle Spielräume, weniger Verpflichtungen, häufiger Alleinleben nach Trennung oder Verwitwung Neue Rahmenbedingungen: Dating-Apps für Ältere, Medikamente bei sexuellen Funktionsstörungen, Wohnanlagen mit starker Sozialdynamik Präventionskampagnen fokussieren oft weiterhin stark auf Jugendliche, ältere Gruppen bleiben unterbelichtet Warum das praktisch relevant ist Alkohol und Substanzen: Risiko steigt durch Wechselwirkungen mit Medikamenten, Stürze, Schlafprobleme, kognitive Beeinträchtigungen, Depression, Vereinsamung Sexualität: Mehr Kontakte ohne ausreichenden Schutz erhöht Infektionsrisiken, Test- und Aufklärungskultur erreicht ältere Menschen oft zu wenig Soziale Folgen: Trennungen, Einsamkeit, Verschuldung und gesundheitliche Krisen belasten Prävention und Hilfsangebote Konsequenz für Praxis und Organisation Prävention und Hilfsangebote brauchen eine altersinklusivere Logik: Suchthilfe und Gesundheitsförderung adressieren 55 plus ausdrücklich, Ärzt:innen sprechen Alkohol, Substanzen und Sexualgesundheit aktiv an, Angebote gestalten Information und Zugang niederschwellig, ohne Altersstereotype und ohne Moralisierung. Details / weiterlesen: https://www.newsflix.at/s/warum-menschen-ueber-55-die-neue-problem-generation-sind-120152838

Fachtexte & freie Volltexte (Open Access)

2025-09-04 18:51:00

Was bei Demenz wichtig ist – Haltung & Handeln:

2025-07-15 23:36:00

• Menschen mit Demenz bleiben Menschen mit Würde, Geschichte und Gegenwart. Ihre Fähigkeiten verändern sich, aber sie verlieren nicht ihr Personsein. • Beziehung ist wichtiger als Korrektheit. Nicht „recht haben“, sondern verbunden bleiben. • Stärken sehen und fördern. Was geht (noch)? Was könnte wieder möglich sein? • Struktur und Einfachheit schaffen Sicherheit – durch Rituale, klare Sprache, vertraute Abläufe. • Grenzen klar, aber warmherzig setzen. Die Haltung macht den Unterschied. • Fördern, nicht überfordern. Das rechte Maß im Moment zählt. • Biografiearbeit hilft beim Verstehen und verbindet. • Verlust, Scham und Verunsicherung brauchen Mitgefühl, kein Druck. • Kommunikation geschieht auf vielen Ebenen – Worte, Mimik, Tonfall, Berührung. • Selbstfürsorge der Angehörigen ist Voraussetzung für Beziehung auf Dauer.

Altersbilder Selbsttest

2025-04-19 00:14:00

Alt aber gut: eine Möglichkeit die eigenen Altersbilder auf ihren Realitatsgehalt/ Realitätsbezug zu prüfen: https://www.base-berlin.mpg.de/projektinformation/ergebnisse/was-wissen-wir

Copingstrategien für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen (einfache Sprache) (inkl. Demenz, Parkinson, Sinnes- und kognitive Beeinträchtigungen)

2025-04-15 00:03:00

A) Für Betroffene 1. Selbstbestimmung & Entscheidungen treffen • Menschen sollten so viele Entscheidungen wie möglich selber treffen. • Es ist wichtig, dass sie Unterstützung bekommen, aber nicht alles für sie entschieden wird. 2. Tagesstruktur und Orientierung • Ein fester Tagesablauf gibt Sicherheit. • Bilder, bunte Markierungen und Uhren können helfen, sich zurechtzufinden. 3. Kommunikation erleichtern • Wenn jemand nicht sprechen kann, können Bilder, Zeichen oder eine spezielle Technik helfen, sich auszudrücken. • Gebärdensprache oder Techniken zur unterstützten Kommunikation (wie ein „Talker“) helfen, miteinander zu sprechen. 4. Hilfsmittel nutzen • Technik wie Rollstühle, spezielle Geräte oder Apps helfen im Alltag. • Digitale Hilfen können dabei helfen, an wichtige Dinge wie Medikamente oder Arztbesuche zu denken. 5. Mit anderen Betroffenen sprechen • Es hilft, mit anderen Menschen zu sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. • In Selbsthilfegruppen kann man sich austauschen und sich gegenseitig unterstützen. 6. Bewegung und Gesundheit • Es ist wichtig, sich zu bewegen. Das kann Spazierengehen, Sport oder Musik sein. • Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind ebenfalls wichtig. 7. Den Kopf aktiv halten • Gedächtnistraining, Spielen oder Musik machen hilft, das Gedächtnis und den Körper fit zu halten. • Diese Aktivitäten machen Spaß und helfen, den Alltag zu bewältigen. 8. Spiritualität und Sinn • Für viele Menschen gibt der Glaube, Meditation oder Gebet Kraft. • Es ist auch hilfreich, Zeit in der Natur zu verbringen oder eine ruhige Zeit für sich selbst zu haben. 9. Hilfe von Fachleuten annehmen • Psychologische Hilfe wie Gespräche mit einem Therapeuten oder eine spezielle Therapie hilft bei Problemen wie Angst oder Traurigkeit. • Besonders bei Demenz oder Parkinson kann es helfen, regelmäßig mit einem Spezialisten zu sprechen. B) Für Angehörige und Freunde 1. Einfach sprechen und Geduld haben • Bei der Kommunikation ist es wichtig, langsam zu sprechen und einfache Wörter zu benutzen. • Geduld ist sehr wichtig. Es kann etwas länger dauern, bis jemand versteht oder antwortet. 2. Sich informieren und verstehen • Wissen über die Krankheit oder Behinderung hilft, besser zu verstehen, was die betroffene Person durchmacht. • Wenn man nicht alles versteht, ist es wichtig, Fragen zu stellen. 3. Eigene Bedürfnisse beachten • Pausen machen und Hilfe annehmen ist wichtig, um nicht selbst überfordert zu werden. • Angehörige können Selbsthilfegruppen besuchen, um sich mit anderen auszutauschen und Unterstützung zu bekommen. 4. Verantwortung teilen und helfen • Es ist wichtig, bei der Betreuung und Hilfe zusammenzuarbeiten. • Man kann den Betroffenen auch dabei unterstützen, eigene Entscheidungen zu treffen, wenn es möglich ist. 5. Hilfe von Fachleuten holen • Fachleute wie Ärzte, Pflegepersonal oder Therapeuten können sehr hilfreich sein. • Bei Bedarf können Pflegehilfen oder Assistenzdienste eine Entlastung bieten. 6. Gemeinsam Zeit verbringen • Es ist wichtig, gemeinsam zu lachen, zu spielen oder zusammen in die Natur zu gehen. • Gemeinsame Erlebnisse bringen Freude und stärken die Beziehung. Weitere wichtige Anlaufstellen • Lebenshilfe – Hilfe und Unterstützung für Menschen mit Behinderung • BVUK – Unterstützte Kommunikation • Parkinson-Vereinigung – Informationen und Hilfe für Parkinson-Patienten • Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Infos und Hilfe für Demenzkranke • ZQP – Zentrum für Qualität in der Pflege Hier eine ausführlichere Version zum Weiterlesen/ Vertiefen https://www.alexander-popper.at/blog/47.php

Tipps für einen gelungenen Einstieg ins Pflegeheim – für Angehörige und Pflegebedürftige

2025-04-13 12:21:00

Tipps für einen gelungenen Einstieg ins Pflegeheim – für Angehörige und Pflegebedürftige Damit der Übergang ins Pflegeheim für die zukünftige Bewohnerin oder den zukünftigen Bewohner gut gelingt, können Angehörige aktiv unterstützen. Die folgenden Punkte helfen, Vertrauen aufzubauen, Orientierung zu geben und eine gute Zusammenarbeit mit dem Pflegeheim zu fördern. 1. Informationen über die zukünftige Bewohnerin oder den zukünftigen Bewohner zusammenstellen: Vor dem Einzug, spätestens aber kurz danach, sollten wichtige Informationen bereitgestellt werden – idealerweise schriftlich und im persönlichen Gespräch mit der Stationsleitung. Dazu gehören: • Eine kurze Biografie mit prägenden Lebensstationen, wichtigen Bezugspersonen und bedeutenden Erlebnissen • Alltagsgewohnheiten wie Schlafrhythmus, Essensvorlieben, Hobbys oder Rituale • Dinge, die Freude bereiten oder besonders wichtig sind Diese Informationen helfen dem Pflegepersonal, individueller auf die zukünftige Bewohnerin oder den zukünftigen Bewohner einzugehen. 2. Persönliches Gespräch mit der Pflegeeinrichtung: Ein früher Austausch mit der Stationsleitung ist wichtig, möglichst schon vor dem Einzug. Dabei können alle relevanten Informationen mündlich besprochen und besondere Bedürfnisse oder Wünsche direkt vermittelt werden. Ein weiteres Gespräch nach den ersten Wochen kann helfen, die Eingewöhnung gemeinsam zu reflektieren. 3. Präsenz zeigen – wertschätzen und mitgestalten: Regelmäßige Besuche geben der zukünftigen Bewohnerin oder dem zukünftigen Bewohner Sicherheit und zeigen dem Pflegepersonal, dass die Familie eingebunden ist. Es ist wichtig, gute Betreuung wertzuschätzen und Lob auszusprechen. Gleichzeitig dürfen Wünsche oder Hinweise freundlich, aber klar angesprochen werden. Die Haltung sollte immer kooperativ sein – gemeinsam für das Wohl der Bewohnerin oder des Bewohners. 4. Den Wohnbereich persönlich gestalten: Der persönliche Bereich sollte möglichst vertraut wirken. Dazu gehören Fotos, Bilder, Bücher, kleine Möbelstücke oder Erinnerungsgegenstände. Sie geben Orientierung und vermitteln ein Gefühl von Zuhause. Orientierung im Haus und in der neuen Wohnumgebung zu erlernen fördern. 5. Gewohnheiten und Rituale weiterführen: Bekannte Tagesabläufe sollten – soweit möglich – im Heim fortgeführt werden. Ob morgendliche Zeitungslektüre, Musik hören, feste Essenszeiten oder Fernsehsendungen: Gewohnheiten geben Halt und Struktur. 6. Teilhabe und Aktivität fördern: Wenn die zukünftige Bewohnerin oder der zukünftige Bewohner offen dafür ist, kann die Teilnahme an Gruppenaktivitäten im Heim helfen, sich schneller einzuleben und soziale Kontakte zu knüpfen. Auch gemeinsame Unternehmungen mit Angehörigen, wie Spaziergänge oder kleine Ausflüge, stärken das Gefühl von Lebensqualität. 7. Den Übergang mit Geduld begleiten: Die Eingewöhnung ins Pflegeheim ist ein Prozess. Phasen der Unsicherheit, des Rückzugs oder der Ablehnung können ganz normal sein. Geduld, Verständnis und kontinuierliche Begleitung durch Angehörige helfen, diese Übergangszeit gut zu meistern. Regelmäßiger Austausch mit dem Pflegepersonal unterstützt dabei, individuell passende Wege zu finden. Gege überdem Betroffenen ist es hilfreich Mitgefühl über die verluste und Belastungen der Umstellung zu zeigen, gleichzeitig fragen ob die Betroffene selbst auch Vorzüge im neuen Zuhause erkennt und benennen kann.

Zusammenstreiten statt Zerstreiten: Förderung einer konstruktiven Konfliktkultur zwischen Menschen mit Bedarf an Assistenz, Betreuung und/oder Pflege und Betreuungspersonen ua. durch Supervision

2025-03-30 12:46:00

Mit dem Thema "starke Einschränkung" im verbalen Ausdruck habe ich aktuell die Ehre und Freude häufiger befasst zu sein, als Supervisor wie als gerontologischer Einzelbegleiter; daher hier einige Zeilen dazu: Konflikte zwischen Menschen mit Bedarf an Assistenz, Betreuung und/oder Pflege und ihren Betreuungspersonen sind oft unvermeidlich, doch eine systemisch-lösungsorientierte Perspektive hilft, diese als Chancen zur Beziehungsvertiefung zu nutzen. Im Folgenden werden zentrale Konfliktursachen beleuchtet, hilfreiche Interventionen für eine konstruktive Konfliktkultur vorgestellt und die Bedeutung der Einzelsupervision für Menschen mit Bedarf an Assistenz, Betreuung und/oder Pflege erläutert. a) Ursachen und häufige Themen 1. Unklare Rollen und Erwartungen Missverständnisse entstehen oft, wenn die Rollen von Betreuungspersonen und Klient:innen nicht klar definiert sind. Dadurch können widersprüchliche Erwartungen zu Frustration führen. 2. Mangelnde Selbstbestimmung Wenn Menschen mit Bedarf an Assistenz, Betreuung und/oder Pflege nicht in Entscheidungen einbezogen werden, entsteht häufig das Gefühl der Bevormundung. 3. Kommunikationsbarrieren Unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten oder Kommunikationsstile können zu Missverständnissen führen. 4. Paternalistische Haltungen Eine übermäßige Fürsorge kann als Bevormundung wahrgenommen werden, wodurch die Autonomie der betreuten Person eingeschränkt wird. 5. Unterschiedliche Werthaltungen und mangelnde Empathie Betreuungspersonen und Klient:innen können stark unterschiedliche Werte und Prioritäten haben. 6. Kontrollbedürfnis und Vertrauensprobleme Manche betreute Personen haben Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen oder Kontrolle abzugeben, was zu Spannungen führen kann. ➡ Fachliteratur dazu: In "Soziale Konflikte als pädagogisches Problem" beschreibt Wüllenweber, dass Misstrauen oft durch frühere Verletzungen entstanden ist und nur durch konsequente Transparenz und Partizipation überwunden werden kann (Wüllenweber, 2015). b) Hilfreiche Interventionen zur Förderung einer konstruktiven Konfliktkultur 1. Klare Rollendefinition und transparente Kommunikation Eine klare Trennung von unterstützenden und leitenden Aufgaben verhindert Missverständnisse und schafft Vertrauen. ➡ "Assistenzmodell nach Willem Kleine Schaars" hebt hervor, dass die Trennung zwischen Alltags- und Prozessbegleitung die Selbstbestimmung der Klient:innen stärkt (de.wikipedia.org). 2. Förderung der Selbstbestimmung Ein partizipativer Ansatz, bei dem Klient:innen in Entscheidungen einbezogen werden, fördert das Gefühl der Autonomie. ➡ Kieslinger (2020) betont in "Partizipation und Selbstbestimmung", dass Klient:innen durch eigene Entscheidungsfreiheit langfristig ein größeres Vertrauen in Betreuungspersonen entwickeln (projekt-inklusionjetzt.de). 3. Entwicklung von Vertrauen durch Verlässlichkeit und Transparenz Gerade bei Klient:innen mit Vertrauensproblemen ist es wichtig, durch klare, transparente Absprachen Sicherheit zu schaffen. ➡ Zwicker-Pelzer et al. (2021) erklären in "Systemische Beratung in der Pflege", dass systemisch-lösungsorientierte Beratung darauf abzielt, Ängste durch transparente Prozesse zu reduzieren (pdfs.semanticscholar.org). 4. Nutzung von Mediation und externen Unterstützer:innen Casemanager:innen oder Mediator:innen können helfen, verhärtete Konflikte zu lösen und gegenseitiges Verständnis zu fördern. 5. Reflexion und Feedbackkultur etablieren Regelmäßige Gespräche über Konflikte und deren Ursachen helfen, Eskalationen zu vermeiden und Lösungen zu entwickeln. ➡ In "Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung II" wird betont, dass systemisch-lösungsfokussierte Methoden helfen, ohne zwingende Problemanalyse neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln (pdfs.semanticscholar.org). c) Gestaltung der Einzelsupervision für Menschen mit Bedarf an Assistenz, Betreuung und/oder Pflege 1. Lösungs- und Ressourcenorientierung als zentrale Ansätze Die Einzelsupervision sollte nicht problemorientiert, sondern lösungs- und ressourcenorientiert gestaltet werden. Dabei geht es darum, vorhandene Stärken zu erkennen und zu nutzen, anstatt sich ausschließlich auf Defizite zu konzentrieren. ➡ De Shazer & Dolan (2007) beschreiben in "Mehr als ein Wunder: Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie in der Praxis", dass gezielte Fragen zur Identifikation von Ausnahmen und bisherigen Erfolgen die Selbstwirksamkeit stärken können (link.springer.com). Praxisbeispiel: Eine Klientin empfindet ihre Abhängigkeit von Pflegekräften als belastend. In der Supervision wird herausgearbeitet, in welchen Bereichen sie dennoch selbstbestimmt handeln kann, um ihr Au Quellenverzeichnis • De Shazer, S., & Dolan, Y. (2007). Mehr als ein Wunder: Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie in der Praxis. Springer. • Kieslinger, B. (2020). Partizipation und Selbstbestimmung in einer inklusiven Erziehungshilfe. Projekt Inklusion Jetzt. • Schlippe, A., & Schweitzer, J. (2012). Systemische Interventionen. Vandenhoeck & Ruprecht. • Simon, F. B. (2009). Lösungsorientierte Beratung in der sozialen Arbeit. Vandenhoeck & Ruprecht. • Wüllenweber, G. (2015). Soziale Konflikte als pädagogisches Problem. Pädagogische Fachverlag. • Zwicker-Pelzer, U., et al. (2021). Systemische Beratung in der Pflege. Beltz Juventa. • Zukunftsfeld Bildungs- und Berufsberatung II. (n.d.). Semanticscholar.org.

Leben mit Demenz: praktische Informationen

2024-12-04 01:14:00

praktische Informationen der Interessengemeinschaft Pflegende Angehörige https://www.ig-pflege.at/downloads/service/Leben-mit-Demenz.pdf

Kostenfreie Abklärung / Diagnostik bei Verdacht auf Demenz

2024-10-26 12:30:00

Ambulanz bei U3 Gasometer. Kostenfreie multisiziplinäre Abklärung bei Verdacht auf Demenz https://psd-wien.at/einrichtung/gerontopsychiatrisches-zentrum

Erklärfilm Demenz mit Gerontopsychiatrisches Zentrum

2024-10-26 12:26:00

Beim Gerontopsychiatrischen Zentrum handelt es sich um eine Ambulanz zur kostenfreien Abklärung zB bei Verdacht auf Demenz. https://www.fsw.at/n/demenz-verstehen-ein-animierter-erkl%C3%A4rfilm-zum-thema-demenz

Demenzgerechte Raumgestaltung » Hilfreiche Praxistipps | pflege.de

2024-04-09 16:45:00

Der sehr kompetente Artikel zeigt wie sehr einfache kostengünstige Gestaltungen in der Wohnung unterstützen können weiter gut daheim zu leben für Menschen mit Demenz  Mit ähnlichen sehr kleinen Eingriffen lässt sich die selbstbestimmte Nutzung technischer Geräte ebenfalls erhalten...  🔗 Pflege.de - Demenzgerechte-raumgestaltung

Intelligente Unterstützung / Assistenz / Unterstützung - auch ein Konzept für AAL / KI

2024-04-09 16:44:00

Elemente hilfreicher förderlicher Unterstützung

Intelligente, hilfreiche Unterstützung / Assistenz ist eine, die genau erkennen kann was einerseits dem Unterstützten tatsächlich wichtig ist und auf dieses fokussieren kann. Prioritäten, Werte der betroffenen Person lernen und berücksichtigen. laufend beim Unterstützen diesbezüglich dazu lernen. Wenn das Ziel aber klar ist geht es bei intelligenter Assistenz darum die beim Betroffenen vorhandenen Fähigkeiten möglichst effektiv einsetzen zu lassen und zu fördern und positiv zu verstärken. Die Assistenz unter Umständen sogar mit der Zeit noch zurücknehmen zu können. Umgekehrt erkennt intelligente Assistenz genau welche Elemente zum Erreichen eines Zieles der Handlungsfolgen und Abläufe die Person NICHT kann und kompensiert hier. Bei Demenz zB ist oft ein Problem dass zwar einzelne Handlungen noch sehr gut ausgeführt werden können aber es schwer fällt eine Planung und Umsetzung zu gestalten wenn es einen Ablauf braucht der einen Ablaufplan mit einer ganzen Serie aufeinander aufbauenden Handlungen erfordert zB ein bestimmtes Gericht zubereiten oder eine Reparatur im Haushalt durchführen oder eine Feier Zuhause veranstalten. Hier muß intelligente Assistenz den Überblick behalten und die beeinträchtigte Person mit genau der richtigen Dosis von Anleitungen wertschätzend in die Umsetzung aktiv einbeziehen.

Zusammenfassung Assistenz

Das heißt das sind beispielsweise Anforderungen an eine menschliche Assistenz die Fähigkeiten erhaltende arbeitet: laufend Beobachten und Zuhören Lernen was ist jemand wichtig, was kann er was kann er nicht mehr und entsprechend nicht intervenieren sondern bestärken und fördern oder Defizit wo relevant erkennen und im richtig dosierten Maß einspringen so dass der Ablauf hin zum Ziel sinnvoll fortgeführt werden kann. Der ganze Verlauf muss also seitens der Assistenz egal ob Person oder Technologie hochgradig interaktiv sein. Allerdings heißt interaktiv dass es seitens der Assistenz vor allem auf Beobachtung und Zuhören beruhen muß das Feedback einzuholen; alles auf Fragen aufzubauen würde die Konzentration auf den Ablauf viel zu sehr stören. Ob das technische AAL / KI schon kann? Gedankenskizze Alexander Popper, Wien. 24.05.2021

Die Schlüssel in der Demenzbetreuung – und was sie mit Selbstbestimmung zu tun haben

2024-04-09 16:41:00

Notwendigkeit, Praxis der Selbst- oder Fremdbestimmung, Symbolkraft

Thema 1: Schlüssel und Selbstbestimmung

Ja, als Betreuer*innen haben wir die Schlüssel zur Wohnung eines Menschen mit Demenz. Doch diese verwenden nur dann zum eigenständigen Gebrauch, wenn der von Demenz Betroffene trotz aller Anstrengungen (auch unsererseits), ihn beim selbstständigen Öffnen zu unterstützen, das selbst nicht mehr bewältigen kann. Und dafür sollten Betreuende viel Geduld und Zeit aufwenden.  Als Betreuer*innen ist es uns sehr wichtig, den Aufwand auf uns zu nehmen, dem alten Menschen zu ermöglichen, „doch noch“ die Gegensprechanlage erfolgreich zu benutzen und in Folge die Eingangstüre der Wohnung selbst zu öffnen. Dies ist emotional und symbolisch von großer Bedeutung: Der Mensch mit Demenz behält die Kontrolle über sein Leben und darüber, wer die Wohnung wann betritt und wann wieder verlässt.    Umgekehrt fanden wir es kürzlich sehr bedauerlich, wie der Angehörige einer alleine lebenden Frau mit Demenz gar nicht gemerkt hatte, wie die – nach unserem Empfinden auch zu früh eingesetzte – 24-Stundenbetreuung unverzüglich und ohne zu zögern den erhaltenen Wohnungsschlüssel verwendete, um sich stets sogleich selbst in die Wohnung einzulassen. Anstatt sich den für den Vertrauensaufbau so extrem wichtigen Dialogen zu stellen, bis die Dame mit Demenz einen selbst und freiwillig in die Wohnung lässt – oder eben nicht.   Als Angehörige*r ist es in Ordnung, wenn sie selbst die Türe aufsperren, aber nur dann, wenn das auch vor der Demenzerkrankung schon so üblich war. Sollte das nicht die Regel gewesen sein, dann raten wir Ihnen, alles zu versuchen, dass Ihr*e Angehörige*r sie so lange wie möglich selbst einlassen kann. Wir können Sie mit Rat oder Tat dabei unterstützen, wie das möglich ist.   Achten Sie darauf, wie Betreuer*innen mit dieser Frage umgehen. Wir meinen, es ist eine Art Lackmustest, wieweit Betreuende wertschätzend, respektvoll und Fähigkeiten erhaltend für Menschen mit Demenz arbeiten – und das noch, bevor sie überhaupt die Wohnung betreten haben bzw. wie sie eben diese betreten.

Thema 2: Schlüssel verlegen

Dass von Demenz Betroffene ihre Schlüssel oder Handtasche verlegen, ist ein Thema, dem wir bei der Demenzbetreuung regelmäßig begegnen. Gegen Schlüssel verlegen hilft es, fixe Plätze zu etablieren, z.B. auch in der Türe innen anstecken. Aber auch ein Pager, den man an die Schlüssel und/oder auch die ganze Handtasche anhängen kann, hilft ... Dann kann man die verlegten Schlüssel bei Bedarf läuten lassen.

Thema 3: "Phantomschmerz bzgl. Schlüssel"

Eingebildeter Schlüsseldiebstahl sollte mit Menschen mit Demenz nicht argumentativ in Frage gestellt werden.  Betrachten Sie es entweder als Externalisierung eines Fehlers, um sich nicht mit den eigenen Schwächen auseinandersetzen zu müssen.  Unsere Empfehlung: Gehen Sie liebevoll und nachsichtig um. Helfen Sie beim Suchen, ohne auf die Frage nach "dem Schuldigen" einzugehen.  Es könnte sich andernfalls auch um eine Inszenierung handeln. Insofern, als durch einen ”verlorenen" Schlüssel der Verlust eines Raums, der einem lieb und wert war, Thema werden kann. Was in diesem Fall hilft, sind ein offenes und mitfühlendes Ohr und bei Bedarf eine tröstliche Schulter für den Menschen mit Demenz. Nicht oder nicht alleine hilft hingegen das etwaige Auffinden eines "im Interesse des Unbewussten versteckten Schlüssels" ...

Neues lernen bei Demenz?

2024-04-09 16:39:00

Auch bei Demenz kann Neues gelernt werden – worauf man dabei achten sollte und wie dies dazu beitragen kann, die Selbstständigkeit von Menschen mit Demenz zu fördern.

Unserer Erfahrung nach sind Menschen mit Demenz definitiv in der Lage, den Umgang mit neuen Geräten zu erlernen.

Menschen mit Demenz richtig fördern

Menschen mit Demenz zu fördern folgt dabei den gleichen Prinzipien wie Menschen zu fördern, die nicht dement sind. Erstens ist die Motivation dann hoch, sich anzustrengen und etwas Neues zu lernen, wenn man auch den persönlichen Nutzen oder den persönlichen Gewinn als hoch ansieht. Ist dieser Nutzen stark genug, dann klappt es doch noch, zum Beispiel mit einem Rollmobil umgehen zu können. Immerhin erschließt sich in diesem Fall dem von Demenz betroffenen Menschen ein viel größerer Spielraum im Alltag, was einen großen Ansporn darstellt.

Motivation zu Lernen und Flow-Erleben

Zweitens ist es essenziell, das richtige Niveau an Herausforderung zu finden, das jetzt besteht. Dieses darf weder zu hoch noch zu niedrig sein. Bei einer zu hohen Anforderung scheitert man laufend und ist frustriert und entmutigt. Bei einer zu geringen Herausforderung ist man hingegen gelangweilt. Der ungarischstämmige amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi prägte dafür das Konzept des Flow-Erlebens: Gebe ich mich einer Aufgabe hin, die mich erstens interessiert und zweitens das richtige Anforderungsniveau bietet, gerate ich in einen Zustand, in dem ich ganz und gar in einer Tätigkeit versinke (= Flow). Ich bin dann nahezu vollständig intrinsisch motiviert und sehr daran interessiert, die Tätigkeit fortzusetzen. All die genannten Prinzipien legen wir von “Demenzbetreuung selbstbestimmt” unseren Entscheidungen zugrunde, wie wir Menschen mit Demenz unterstützen, wie wir ihnen assistieren und wie wir Ihre Fähigkeiten fördern.

Hilfe bei Demenz: Technik zum Erhalt der Selbstständigkeit

2024-04-09 16:35:00

Technik kann helfen, die Selbständigkeit für Betroffene bei Demenz entweder zu erhalten oder zu erhöhen.  Es gibt viele und leistbare technische Hilfsmittel, die vorhandene Verluste ausgleichen können.

Technische Hilfsmittel bei Demenz

  • Es gibt z.B. ganz einfache Tracker, mit denen man Dinge, die man öfters verlegt, mühelos wiederfinden kann. Eine wunderbare Hilfe bei Demenz, um also etwa die Geldbörse, die Schlüssel oder die Handtasche rasch wiederzufinden. 
  • Abschaltvorrichtungen für Elektroherde, Bügeleisen, Lampen usw.: Diese Hilfsmittel schalten automatisch nach einer gewissen Zeit das Gerät ab. So kann die Wohnung davor geschützt werden, unabsichtlich in Brand zu geraten und ein guter Schlaf gewährleistet werden.
  • Digitale Armbanduhren sind eine weitere nützliche Hilfe bei Demenz. Mit ihnen kann ein Mensch mit Demenz nicht nur telefonieren, sondern auch wiedergefunden werden, wenn dieser sich verirrt. Wenn ein von Demenz Betroffener stürzt, kann die digitale Armbanduhr auch automatisch Hilfe holen.
  • Es gibt mittlerweile schon ganz einfache und sehr kostengünstige Hörgeräte online zu bestellen. Diese können eine Alternative sein, um doch besser hören zu können, wenn teure individuell gefertigte Hörgeräte öfter verloren gehen oder irrtümlich entsorgt werden. Ebenso wie günstige Fertiglesebrillen in manchen Fällen eine brauchbare Alternative sind …
  • Natürlich gibt es auch schon sehr einfach zu bedienende Smartphones oder Tablets für Senior*innen. So kann die von Demenz betroffene Person selbst dann, wenn diese in der Mobilität eingeschränkt ist, gut in Kontakt bleiben mit allen Menschen, die ihr wichtig sind. Auch kann ein Smartphone oder eine gute SmartWatch bei der Orientierung bei selbstständigen Ausgängen helfen. Nützliche Hilfsmittel also, um mit der Welt im Austausch und informiert zu bleiben. 
Unserer Meinung nach ist es wichtig, sich vorab informieren zu lassen, was es alles an technischen Möglichkeiten gibt, die die Freiheit und Selbstbestimmung sichern, bevor man vorschnell zur Ansicht kommt, dass ein selbstständiges Leben zu Hause gar nicht mehr oder nur mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung möglich ist. Für unsere Kund*innen von “Demenzbetreuung selbstbestimmt” ist die Hilfe beim Aussuchen und Anpassen von geeigneten technischen Hilfsmitteln bei Demenz ein integraler Bestandteil unserer
Demenzbetreuung OHNE Extrakosten.

Weglaufen bei Demenz - was tun, wenn Betroffene immer wieder versuchen, davonzulaufen?

2024-04-09 16:33:00

Von Demenz betroffene Menschen zeigen häufig die Tendenz, weglaufen zu wollen. Warum dies so ist und was Sie tun können, wenn Ihr*e Angehörige*r wieder einmal davonlaufen möchte. Menschen mit Demenz haben häufig die Tendenz, davonlaufen oder wieder "nach Hause" gehen zu wollen. Dies tritt gehäuft abends auf. Meist existiert dieses Zuhause jedoch nicht mehr, was aber vergessen wurde. Das eigene Zuhause wird in diesen Momenten nicht mehr als Zuhause erkannt. Dies kann zu anstrengenden Situationen für die Angehörigen oder die Betreuungspersonen führen. Vernünftiges Argumentieren hilft hier in der Regel nicht. Dies ist darin begründet, dass Menschen mit Demenz in einer anderen Wirklichkeit leben. Eine subjektive Realität, in der ihnen nicht bewusst ist, dass das vermisste Zuhause nicht mehr existiert.

Geborgenheit vermitteln

Was aber hilfreich ist: wenn es Ihnen als Betreuungsperson gelingt, die emotionale Botschaft, die sich dahinter verbirgt, herauszuhören. Fühlt sich Ihr*e Angehörige*r oder Ihre betreute Person z.B. gerade unruhig oder unsicher? Würde sie oder er sich jetzt und hier mehr Geborgenheit wünschen?  Sie können versuchen, mehr Geborgenheit und Sicherheit zu geben, indem Sie ihrem Menschen mit Demenz eine Tätigkeit geben, für die es für früher viel Anerkennung gab. Involvieren Sie die Person und versuchen Sie so, diese damit möglichst abzulenken.  Sie können aber auch versuchen, die Wohnung tatsächlich kurz zu verlassen, um mit dem Menschen mit Demenz gemeinsam einen Spaziergang zu machen. Ebenfalls unter einer Perspektive von Wertschätzung, Geborgenheit und Sicherheit. Vertrauen Sie darauf, dass der Mensch mit Demenz unterdessen vergisst, warum er aufgebrochen ist und dann nach einiger Zeit zufrieden und entspannt von einem Spaziergang zurückkehrt.

Anzeichen Betreuungsbedarf

2024-04-09 16:28:00

Sie sind Angehörige*r eines Menschen mit Demenz, Mehrfacherkrankungen o.ä. und fragen sich, woran Sie erkennen können, ob Betreuungsbedarf von außen hilfreich bzw. wichtig sein könnte? Es ist sehr nützlich für Angehörige, auf Warnsignale aufmerksam gemacht zu werden, die anzeigen, dass ein*e ältere*r Angehörige*r Unterstützungsbedarf hat. Warnsignale beachten Es gibt eine Reihe von Warnsignalen auf sehr unterschiedlichen Ebenen für Betreuungsbedarf. Dies können zum Beispiel Vergesslichkeit, sozialer Rückzug, Änderungen der Persönlichkeit oder ein ungewöhnliches Durcheinander sein. Wir brauchen das Rad nicht neu erfinden und verweisen hier auf einen nützlichen Text zum Thema Betreuungsbedarf  von betreut.de. Das Thema wurde hier genau beobachtet und wertschätzend beschrieben und spricht aus unserer Sicht für Erfahrung im Feld. Ergänzen möchten wir noch aus unserer Erfahrung, dass zwecks unserer ersten Vorstellung als externe Demenzbetreuer*innen bei einem Menschen mit Demenz mitunter Umsicht geboten ist. Es ist erfahrungsgemäß empfehlenswert, sich mit uns vorab telefonisch abzustimmen. So können wir Sie beraten, wie Sie am besten vorgehen können, um das erste Kennenlernen mit uns anzukündigen, wenn Sie Angehörige*r eines Menschen mit Demenz sind.

Qualität der Arbeit von Betreuungspersonen einschätzen

2024-04-09 16:15:00

Sie können diese Liste/Gegenüberstellung benutzen, um die Qualität der Arbeit von Betreuungspersonen auf der Beziehungsebene besser einzuschätzen. Diese Ebene ist für das seelische Wohlbefinden Ihres Angehörigen mit Demenz die wichtigste! Diese Liste kann aber auch genutzt werden, um sich zu überlegen, wie Sie den Umgang mit Ihnen für Ihren betreuten Menschen noch erfreulicher gestalten können. Erhalt des Personseins nach Kitwood: Hinderliche vs. förderliche Verhaltensweisen

Destruktive Verhaltensweisen Konstruktive Verhaltensweisen
Betrügen Täuschen, um abzulenken, zu manipulieren oder Mitwirkung zu erzwingen Anerkennen Offen und wertschätzend begegnen
Zur Machtlosigkeit verurteilen Fähigkeiten einsetzen wird verhindert Verhandeln Wünsche und Bedürfnisse erfragen und berücksichtigen
Infantilisieren Wie ein Kind behandeln, verniedlichend, nicht ernst nehmen und autoritär Zusammenarbeiten Gemeinsames Arbeiten an einer Aufgabe
Einschüchtern Angst machen durch Drohungen oder auch physische Gewalt Spielen Spontanen Ausdruck, Eigeninitiative fördern
Etikettieren Durch Erkrankung oder durch Erkrankung ausgelöste Verhaltensweisen etikettieren Timalation Angenehme Anregungen
Stigmatisieren Person als minderwertig behandeln Feiern Feiern
Überholen Zu schnell sprechen oder handeln und so dem Menschen mit Demenz die Chance nehmen, aktiv beizutragen bzw. überhaupt folgen zu können Entspannen Oft braucht es zum Entspannen die Nähe eines anderen Menschen, also Unterstützung
Entwerten Nicht anerkennen der subjektiven Gefühle oder Einschätzungen des Menschen mit Demenz Validieren = für gültig erklären, wertschätzen Sie helfen dem Menschen mit Demenz dass er die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und ausdrücken kann.
Verbannen Fortschicken, ausschließen Halten Emotional den Menschen mit Demenz halten, auch wenn dieser schwierige Gefühle zeigt, bleibt er angenommen
Zum Objekt erklären Wie einen Gegenstand behandeln Ermöglichen Bei Handlungen, bei denen ein Mensch mit Demenz Hilfe braucht, unterstützen, so dass er es wieder selbst tun kann
Ignorieren Absichtlich nicht wahrnehmen oder in Anwesenheit „über“ den Menschen mit Demenz sprechen Schöpferisch sein Ist aktiv und schöpferisch tätig; das wird auch wertgeschätzt von der Umwelt
Zwingen Keine Wahlmöglichkeiten geben, Wünsche nicht berücksichtigen Geben / Annehmen Annehmen von Menschen mit Demenz, diese wollen auch etwas geben
Vorenthalten Informationen oder Bedürfnisbefriedigung vorenthalten
Anklagen Beschuldigen für Fehler, für die der Mensch mit Demenz einschränkungsbedingt nichts kann
Unterbrechen Unterbrochen zu werden beim Sprechen oder Handeln kommt praktisch immer als Zeichen mangelnder Wertschätzung beim Unterbrochenen an.
Lästern Lustig machen, hänseln, erniedrigen, usw.
Herabwürdigen Defizite in den Vordergrund stellen.
Quelle: Kitwood (vgl. 2008, S. 75-79) Quelle: Kitwood (vgl. 2008, S. 133-137 und Kitwood, zit. nach Riesner, Müller-Hergl und Mittag 2005, S. ab15-16)

Tipps für Aggressionen bei Demenz

2024-04-09 16:03:00

Ihr*e Angehörige*r wird aggressiv und unruhig, wenn Sie versuchen ihr/ihm zu ihrem bzw. seinem Besten zu helfen? Gerne möchten wir Ihnen hier einige Tipps geben, wie Sie mit Aggressionen bei Demenz leichter umgehen können.

Gründe für Aggressionen bei Menschen mit Demenz

Wichtig ist zunächst zu verstehen, dass es Gründe dafür gibt, warum ein Mensch mit Demenz aggressiv wird. Es ist keine Aggression gegen Sie als Unterstützer*in oder Betreuer*in. Es ist daher sehr wichtig, aufkommende Aggressionen NICHT persönlich zu nehmen, um als Unterstützer*in wahrgenommen zu werden und nicht als Gegner*in.
  • Demenz schwächt die erlernte Fähigkeit, emotionale Impulse zu kontrollieren. Der  Fachausdruck für diese Art von Aggressionen bei Demenz ist daher Impulsdurchbruch.
  • Ein Mensch mit Demenz fühlt sich vielleicht in die Ecke getrieben, überfahren, nicht wahrgenommen, missverstanden, überbetreut und/oder zu wenig wertgeschätzt. Das Leben eines Menschen mit Demenz kann voller Enttäuschungen und Niederlagen sein! Vielleicht braucht es einen „Blitzableiter“!?

Tipps für den Umgang mit Aggressionen bei Demenz

  • Machen Sie sich bewusst: Sie sind der flexiblere Teil der Beziehung. Probieren Sie neue Wege aus, wenn Sie einem Menschen mit Demenz etwas vermitteln möchten. 
  • Reagieren Sie nicht spontan, sondern überlegt. Nehmen Sie Reaktionen nicht persönlich, sondern versuchen Sie, sich in Ihre*n Angehörige*n hineinzuversetzen und so zu argumentieren, dass es aus seiner oder ihrer Weise stimmig sein könnte. 
  • Lernen Sie laufend dazu über Demenz und über die Kommunikation mit Menschen mit Demenz. 

Praktische Tipps 

  • Ein erster und wichtiger Tipp für Sie: Machen Sie innerlich und vielleicht tatsächlich zwei Schritte zurück, wenn der Frust sich staut und Zorn sich aufbaut (beim Gegenüber und/oder bei Ihnen). Führen Sie sich vor Augen, dass Ihr*e Angehörige*r bzw. die Person, die Sie vertreten, die Herausforderungen der Situation wahrscheinlich gänzlich anders wahrnimmt als Sie selbst. 
  • Das Ziel ist, für jede schwierige Situation Lösung(en) zu finden, mit der Sie beide leben können. 
  • Sie können dies als Übungsfeld betrachten, um zu lernen, wie Sie sich rasch und leicht vom ursprünglich geplanten Weg zum Ziel verabschieden, um sich andere Wege auszudenken. Falls es Ihnen gelingt, eine Interpretation der Situation zu formulieren, mit der Sie beide leben können, haben Sie beide schon fast “gewonnen”.
  • Denken sie bitte daran: Mit der Demenz geht kognitive Flexibilität verloren. Wir als Unterstützende, Vertretende, Betreuende müssen entsprechend flexibler werden, um das auszugleichen. 

Beispiele

  • Versuchen Sie nicht, einen Menschen mit Demenz davon zu überzeugen oder zu nötigen, sich "passend" anzuziehen, wenn es diesem schwerfällt, sich auf das Urteil anderer zu verlassen. Er selbst kann die Jahreszeit nur mehr im unmittelbaren Kontakt mit der Witterung erkennen. Nehmen Sie stattdessen einen Mantel oder was sonst verweigert wurde mit auf den Spaziergang. Was zu Hause in der geheizten Wohnung nicht angenommen wurde, wird dann in der Kälte draußen gerne angezogen. Oder umgekehrt ausgezogen im Sommer. 
  • Ver(sch)wenden Sie wenig Energie damit, „Ihrem“ Menschen mit Demenz zu erklären, dass dieser hier wohnt, wenn sie oder er gerne "davonlaufen" möchte. Gehen Sie einfach mit ihm bzw. ihr spazieren oder machen Sie etwa eine Straßenbahnfahrt und vertrauen Sie darauf, dass ein Umkehren bald möglich sein wird.
    Alternativ möglich wäre auch das Ablenken mit einer Beschäftigung, die besonders gerne und leicht gemacht wird oder die Sicherheit gibt. 
  • In beiden Fällen: Vermeiden Sie, bei Aggression bei Demenz diskutieren oder mit vernünftigen Argumenten überzeugen zu wollen. Bedenken Sie, es geht hier um innere Unruhe und das Bedürfnis, diese durch Gehen/Laufen abzubauen bzw. dass man sich im Leben schon viel sicherer, stärker geborgener oder „nützlicher“ gefühlt hat. Weil dieses Gefühl innerlich mit einem Ort oder einer Person verknüpft sein kann, wird dann dieser Mensch oder dieser Ort oder diese Aufgabe bzw. Rolle aus der Vergangenheit gesucht. 
  • Thema „Selbst Autofahren“: Mühen Sie sich nicht ab, hierbei zu moralisieren und strikt bei der Wahrheit zu bleiben. Eine Notlüge, die sicherstellt, dass tatsächlich nicht mehr selbst chauffiert wird, ist notfalls besser, wenn sie gut akzeptiert werden kann. Dieser Rat gilt nur für den Fall, dass tatsächlich schon Gefahr der Selbst- und Fremdgefährdung vorliegt und Sie und andere bereits den "geraden Weg" versucht haben! Haben Sie schon die Ärzt*in des Vertrauens gebeten, zu überzeugen zu versuchen? 
  • Bevor Sie Druck (oder Zug) ausüben, versuchen Sie es anders als Sie es bisher gemacht haben. Schieben Sie beispielsweise Ihren Menschen mit Demenz nicht in ein Fahrzeug hinein, wenn dieser Scheu davor hat, einzusteigen. Versuchen Sie stattdessen selbst, als Erste*r einzusteigen. 
  • Wenn es Stress mit der Körperpflege gibt, versuchen Sie vorbeugend schon Antistress: Schaffen Sie gute Stimmung schon davor, indem Sie Sie mit Lieblingsmusik auflockern oder etwa einem angenehmen Duft. 
  • "Vorbeugen ist besser als Heilen": Sie sind der flexiblere Teil der Beziehung. Ändern Sie Ihr Verhalten dort, wo es Schwierigkeiten gibt. Viele aggressive Momente können Sie so schon vorbeugend verhindern. Wenn es dennoch zu „Impulsdurchbrüchen“ kommt, können Sie auf diese Art rasch deeskalieren und wieder zu einer freundlicheren Atmosphäre zurückkehren.

Unter Demenz-Tipps für Angehörige finden Sie eine kleine Literaturliste. Hier sei bereits das Buch “Validation” von Naomi Feil empfohlen sowie “Demenz: einfühlsame Kommunikation” von Sabine Engel oder das Grundsatzwerk „Demenz“ von Tom Kitwood.

Selbsttest Demenz

2024-04-09 14:00:00

Es ist sinnvoll, frühzeitig eine Diagnose (bzw. Abklärung) Demenz zu haben, denn umso eher können Sie gegensteuern.

Wozu Demenzselbsttest?

Damit sie für sich selbst ganz niederschwellig ersten Anhaltspunkt bekommen können ob es für sie eine genauere Abklärung braucht.

Wozu die fachliche Abklärung danach?

Es gibt Menschen mit Demenz-Symptomen, die z.B. keine „unheilbare“ Demenz haben, sondern eine Altersdepression. Bekommt dieser Mensch die richtigen Behandlungen (medikamentös oder/und nicht-medikamentös), dann verschwindet die „Demenz“ wieder. Nicht behandelte Zuckerkrankheit oder zu viele Medikamente können ebenso Ursachen für Demenzsymptome sein wie chronisch zu wenig zu trinken.
Sollte sich aber herausstellen, dass es sich bei ihren (bzw. bei denen vom Menschen mit Demenz) um eine „echte“ Demenz handelt, dann ist es auch hilfreich, dies so früh wie möglich zu wissen. Denn umso rascher können Sie sich hilfreiche, d.h. aktivierende aufbauende Unterstützung suchen oder ein gutes Training schaffen und umso länger werden Sie (bzw. die oder der Betroffene) selbstständig bleiben.
(Unterstützte Selbsthilfe, Gruppentraining aktivierende Betreuung wie Demenzbetreuung selbstbestimmt, ggf Psychotherapie/ psychologische Begleitung.) Je eher wir mit unserem aktivierenden und auf die Fähigkeiten und die Selbstständigkeit gerichteten Ansatz Sie (bzw. Ihre*n Angehörigen oder den von Ihnen vertretenen Menschen) begleiten, desto besser kann das Fortschreiten der Symptome gebremst und durch gezieltes Fördern und Stabilisieren ausgeglichen werden …

Test: Demenz

Wir möchten hier gerne auf den Selbsttest Demenz auf der Website von Alzheimer Schweiz/Pro Senectute Schweiz verweisen:
🔗 Demenz Test

Demenz Quiz

2024-03-20 14:46:00

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