
Jetzt bist du da, dann bist du dort. Jetzt bist du nah, dann bist du fort. Kannst du's fassen? Und über eine Zeit gehen wir beide die Ewigkeit dahin - dorthin. Und was blieb? Komm, schließ die Augen, und hab mich lieb! Christian Morgenstern
Alltag mit Demenz oder anderen Erkrankungen kippt oft schlagartig: Stürze, Krankenhaus, Verwirrtheit, Konflikte in der Familie, Überforderung in der 24-Stunden-Betreuung. Gleichzeitig gibt es auf beiden Seiten Ressourcen, Routinen, Humor, Beziehung – und einen konkreten Rahmen durch Krankheit, Geld, Wohnsituation und verfügbare Unterstützung. Angehörigenberatung heißt hier: Orientierung im Durcheinander Ressourcen beiderseits sichtbar machen Lösungsorientierung statt Schuldfragen Loslassen von alten Idealbildern und „so müsste es sein“ Freude am Zusammensein im Hier und Jetzt, unter den gegebenen Umständen Klarer Blick auf Einschränkungen und auf das, was trotzdem möglich bleibt personzentrierte, personerhaltende Haltung: der Mensch bleibt als Person im Mittelpunkt, nicht die Diagnose

Jetzt bist du da, dann bist du dort. Jetzt bist du nah, dann bist du fort. Kannst du's fassen? Und über eine Zeit gehen wir beide die Ewigkeit dahin - dorthin. Und was blieb? Komm, schließ die Augen, und hab mich lieb! Christian Morgenstern
Typische Anlässe: Verdacht auf Demenz oder plötzliche Veränderungen Sie merken, dass „etwas nicht mehr stimmt“. Es geht um Abklärung, nächste Schritte und darum, Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten. Schwierigkeiten mit häuslicher oder 24-Stunden-Betreuung Rollen sind unklar, Erwartungen prallen aufeinander, dauernd brennt irgendwo ein Feuer. Es braucht Prioritäten, klare Absprachen und Lösungen, die im Alltag tragfähig sind. Sturz, Krankenhaus, Reha, akute Verschlechterung Im Familiensystem verschiebt sich alles. Es geht um Einschätzung der Lage, realistische Optionen und einen Plan, der Sie nicht überrollt. Herausforderndes oder belastendes Verhalten Unruhe, Aggression, Rückzug, ständiges Nachfragen. Ziel: besser verstehen, was dahinter steckt, und Wege finden, wie Alltag wieder lebbarer wird. Rechtliche, organisatorische, finanzielle Fragen im Hintergrund Grundorientierung, damit klarer wird, welche Stellen wofür zuständig sind, und wo spezialisierte Beratung sinnvoll ist.

Stürze sind eine der häufigsten Gründe, warum sich in Familien Systemen mit älteren Menschen, akut und gravierend etwas verändern kann. (Illustration Arch. Mag. Georg Popper)
Ablauf in klaren Schritten: 1. Lagebild klären Was ist aktuell los, wer ist beteiligt, welche Kräfte, welche Grenzen, welche Sorgen. 2. Ressourcen beiderseits sichtbar machen Fähigkeiten, Routinen, gute Momente, tragende Beziehungen, vorhandene Hilfen. Sowohl bei der betroffenen Person als auch bei Ihnen als Angehörige. 3. Alte Idealbilder prüfen und selektiv loslassen Was war früher hilfreich, blockiert aber heute. Unterschied zwischen „so war es einmal“ und „so ist es jetzt möglich“. 4. Konkrete Schritte vereinbaren Wenige, machbare Schritte, angepasst an Krankheitseinschränkungen, Kräfte, Geld, Wohn- und Betreuungssituation. Verteilung, wer was übernimmt. 5. Blick auf Gegenwart und nächste Zeit Fokus auf das, was jetzt gestaltet werden kann: Alltag, Entlastung, kleine Freiräume, gemeinsame Inseln von Freude.

"Use it or loose it"
personzentrierter Zugang: die betroffene Person bleibt im Zentrum, mit Biografie, Gewohnheiten, Beziehungen personerhaltende Haltung: Selbstwert, Würde und Identität werden bewusst geschützt klarer Umgang mit Grenzen: Krankheit, Überlastung, Finanzen, Wohnsituation werden nicht romantisiert konsequent ressourcenorientiert: Fähigkeiten und Möglichkeiten werden nicht übersehen, nur weil gerade viel schwierig ist Lösungen entstehen gemeinsam, passend zur konkreten Familie statt nach Schema F
Angehörige tragen oft hohe zeitliche, energetische, emotionale und finanzielle Belastungen. Deshalb sind die Stundensätze für Angehörigenberatung deutlich niedriger als in Supervision und Coaching.

Bei der Pflege von Alzheimer-Kranken entdecken wir Kräfte, von denen wir nie wussten, dass wir sie besitzen.
Hallo Alexander, vielen, vielen Dank für deine Erfahrung, Vorbereitung und Video- und Literaturtipps. Die Beratung war sehr hilfreich für uns, weil wir jetzt klare Schritte haben, was wir als nächstes tun können. Bzw. auch was unsere Mutter zur Unterstützung gleich machen kann (Tischtennis, Ergotherapie,Sima, Tanz) auf die Ideen wären wir nicht gekommen. Ich werde mich jetzt bei MAS erkundigen und hoffe zu einer Diagnose zu kommen, damit wir wissen was es ist und was wir tun können. Danke! Liebe Grüße, Martina